Der Krebsstein in der Jarft

Die JarftWenn man von Grünwalde nach Jürkendorf geht, kommt man auf einer Brücke über die Jarft. Früher war die Jarft an dieser Stelle flach, so daß man hindurch gehen, und vor allem hindurch fahren konnte. Solch eine flache Stelle nennt man Furt. An dieser Furt lag früher ein mächtiger Stein, der wurde Krebsstein genannt, denn an ihm war ein großer Krebs angekettet. Von ihm stammen die vielen Krebse her, an denen die Jarft vorzeiten so reich war.

Einmal kamen von Grünwalde her zwei übermütige Burschen in berauschtem Zustand an diesem Krebsstein vorbei, und bewarfen den Krebs so lange mit Steinen, bis er tot war. Seitdem verschwanden auch die Krebse aus der Jarft.

Dieser Stein war gleichzeitig ein Zeichen für die Bauern, ob eine Durchfahrt durch den Fluß möglich war oder nicht. War er ganz mit Wasser bedeckt, so daß er nicht mehr zu sehen war, so wußten sie, daß sie nicht mehr durchfahren konnten.

Aus Sagen und Schwänke aus Natangen – von Horst Schulz; Verden (Aller) 1992.

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