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Der goldene Königssarg

Die Leute, die in der Gegend von Pottlitten wohnen, erzählen aus ganz alter Zeit folgende Sage:

Von Nordwesten, von Pillau oder Fischhausen her, kam einmal ein fremdes Schiff und legte an der Haffküste an. Sechs große und starke Männer stiegen aus, und schaften etwas an Land. Dann trugen sie auf ihren Schultern eine schwere Last davon, es war ein goldener Sarg. In dem Sarg lag die Asche eines toten Schwedenkönigs. Heimlich und ohne ein Wort zu sprechen, aber die Last oftmals absetzend, gingen sie in den Pottlitter Grund. Hier schaufelten sie ein tiefes Grab, senkten den kostbaren goldenen Sarg hinnein, und deckten sorgfältig Erde darüber, damit niemand die Stelle finden sollte, wo sie ihren König begraben hatten. Dann fuhren sie mit dem Schiff wieder über das Haff, und in ihre Heimat zurück. Dort soll die ganze Schiffsbesatzung umgebracht worden sein, damit niemand wußte, wo der goldene Sarg in der Erde ruht.

Man sieht im Pottlitter Grund in der Gegend des Pillenberges, mehrere kleine Hügel. Einer von ihnen soll den goldenen Sarg bergen. Andere Leute sagen wieder, der goldene Sarg wäre im Bachtal bei Warnikam, oder gar im Pillenberge begraben. Aber niemand hat versucht ihn zu finden, und damit reich zu werden.

Quelle: Aus Sagen und Schwänke aus Natangen – von Horst Schulz Verden (Aller) 1992.

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