Haselau

eingereicht von Charlotte Gassert, Königsdorf

Am 17.April 1320 verlieh Landmeister Friedrich von Wildenberg den Gebrü­dern Tietz und Konrad von Haselau, die vermutlich aus Niederösterreich kamen, 20 Hufen im prußischen Feld Natangen frei zu kölmischen Rechten. Die Brüder übertrugen ihren Namen auf den neuen Besitz. Auch in den kommenden Jahr­hunderten werden die von Haselau auf dem Gut genannt: 1442 war es Niclos von Haselau, 1498 Georg von Haselau, 1519 Andres von Haselau. 1528 wird der „Edelmannshof Haselau“ erwähnt.

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts scheint die Familie von Haselau erlo­schen zu sein, und Haselau fiel zusam­men mit dem 10 Hufen großen Bauern­dorf Jürkendorf, das 1528 erstmals als wüstes Dorf bezeichnet wurde, an die Familie von Brumsee, die hier wohl auch ihren Wohnsitz nahm.

Um 1603 verkaufte Joachim von Brumsee Haselau mit Jürkendorf an den Königsberger Hofrichter Melchior von Kreytzen; seither gehörten die Ort­schaften zur großen Grundherrschaft Weßlienen.Am 21. März 1667 vertausch­te Georg Friedrich von Kreytzen das 10 Hufen große Gut Haselau gegen Lax­dehnen. Am selben Tag verlieh Kurfürst Friedrich Wilhelm dem Kapitän Hans Laxdehn Haselau zu kölmischen Rechten mit adligen Freiheiten.

Bis 1741 blieb Haselau im Besitz der Familie Laxdehn, bis Christoph Laxdehn es am 3-Juli 1741 an den Kriegs- und Domänenrat Daniel Krüger für 8.100 Gulden verkaufte. Nach dem Tod ihres Mannes verpfändete Krügers Witwe Haselau an den adligen Gerichtsschrei­ber zu Preußisch Mark, Gottfried Ernst Schimmelpfennig. Bereits vor 1769 er­warb der Amtsrat Gottfried Ernst Doese, zu dessen Besitzungen auch Gabditten und Dösenbruch gehörten, pfandweise das Gut Haselau für 13.000 Gulden. Doe­se scheint seither in Haselau gewohnt zu haben und vergrößerte das Gut durch den Ankauf umgebender Ländereien. Amtsrat Doese verkaufte all seine ver­schuldeten Besitzungen, darunter auch das adlige Gut Haselau, im Oktober 1789 für 20.000 Rtlr. an den Königsberger Ge­richtsassessor Johann Wilhelm Höpfner und den Administrator Carl Albrecht Major als Miteigentümer. Im Kaufvertrag behielt sich Doese eine freie Wohnung in Haselau und die Feuerung nebst eini­gen Tieren auf Lebenszeit als „Natural-Leibeding“ nebst einer Leibrente vor. Bald nach 1789 wurde Carl Albrecht Major alleiniger Eigentümer Haselaus und verkaufte das Gut nach 1801 an Da­vid Budning (* um 1730 -1 28.10.1804) Oberförster zu Neuhausen.

1819 gehörte Haselau Daniel Liedtke (* um 1790 -1 1854). Er besaß ab 1832 auch Bolbitten. Erbin wurde die Tochter Friederike Liedtke (*1824 -11880 Schrei­nen), die 1845 den Eisenbahninspektor Hermann Freiherr Prueschenk von Lindenhofen (* 1823 – 1 1869 Haselau) heiratete, der ab 1852 Besitzer Haselaus und zugleich Herr auf Schreinen und Ritterthal war.

Erbe wurden Otto Prueschenk von Lindenhofen (* 1848 -1 vor 1913), der unverheiratet blieb, und seine Schwester Olga (f 1907 San Remo), die in Quilitten 1872 Ernst Boehm auf Paplauken heira­tete, so gelangte Haselau an die Familie Böhm. 1864 war das Gut 185 ha groß.

Ernst Boehm (* 1840 -1 1919 Paplau­ken) verkaufte Haselau am 6. Oktober

1917 an Heinrich Zorn aus Braunsberg. Dieser wiederum veräußerte es etwa 1931 an die Ostpreußische Bau- und Siedlungs-Gesellschaft, die das Land in 24 Siedlerstellen aufteilte. In der Kreis­karte wird es daher nicht mehr als Gut genannt. Angaben über den Käufer des Gutshauses und Fotos fehlen.

Haselau erlitt am 20. und 21. März 1945 bei den mehrmaligen Angriffen der Russen starke Zerstörungen und wurde danach vermutlich vollständig abgetragen.

(Quelle: Güterbuch des Kreises Heiligenbeil von Wulf D. Wagner)

Eine Mitschülerin von Frau Gassert, Ruth Brandt, geb. Schmerberg, die in Haselau nach der Aufsiedlung wohnte, gab  die Namen der Siedlungsbauern an:

1. Kämmer; 2. Schmerberg, später Grund; 3- Göritz; 4. Schulz; 5. Bolz;

rechte Wegseite: 6. Engel, 7. Naß; 8. Minuth; 9. Dröse; 10. unbekannt; 11. Düsterhöft; 12. Schröder; 13. Holstein, wohnten im Gutshaus; 14. Schönfeldt: 15.Kroll; l6.Arbeiter; 17.Marienfeldt; 18. Krohns; 19- Dröse (Armenhaus); Klein-Haselau: 20. Kuhns; 21. Pankewitz; 22 Fischer; 23. Stürmer; 24. Böhm.

Der Schulweg der Kinder war sehr schön; sie gingen den Schulteich entlang über den Lindenberg, dann durch die Weidegärten am Dösenbrucher Kessel vorbei (ein kleines Waldstück). Dann ging der Weg weiter durch die Felder meines Vaters. Es wurde aber nie in da? Roggenfeld gegangen.

Die Klein-Haselauer kamen den Jürkendorfer Weg nach Königsdorf. Quelle: Heimatblatt der Kreisgemeinschaft Heiligenbeil, Folge 58 / 2013

1 Kommentar

    • hollstein Paul kurt on 21. Oktober 2017 at 19:21
    • Antworten

    haselau. .das war der Geburtsort meines Vaters Erich hollstein .. sein Bruder Kurt sein Vater Paul der Schäferhund Prinz wurden von den einfallenden Russen erschossen . Oma Berta war mit dem kleinsten Sohn Herbert hollstein über Dänemark auf der Flucht. in den Jahren 1950 sammelte sie ihre Söhne Heinz und Fritz hollstein im Schwarzwald und im Raum Kaiserslautern über das rote Kreuz wieder ein. sie verstarb mit 91 Jahren. ihre Söhne sind nun auch alle tot. Erich starb an den spätfolgen der russischen Gefangenschaft.. im Jahr 2001 .

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

%d Bloggern gefällt das: